Kulturlandschaft "Montanregion Erzgebirge"
Das ehrgeizige Vorhaben, die "Montanregion Erzgebirge" zum UNESCO-Weltkulturerbe
zu entwickeln, setzt im Erzgebirge auf die Bewahrung der Tradition und davon ausgehend
die Gestaltung der Zukunft:
- Stärkung von Wirtschaft und Tourismus
- kommunales Handeln
- Erhaltung von Kulturräumen
- Erhöhung der Lebensqualität
Gerade die im Sächsischen Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V.
organisierten aktiven Mitglieder, bei der Sicherung und Nachnutzung der Sachzeugen
und Weitergabe der Traditionen im Erzgebirge an der Spitze stehen.
Immer wieder haben die Menschen innovative Leistungen erbracht. Das wird in dem
Facettenreichtum der wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen deutlich, die
heute die Vielfalt und die Entwicklungspotentiale der Region prägen.
Vergegenwärtigen wir uns:
- In über 800 Jahren prägten der Bergbau, das Hüttenwesen und die damit verbundenen
Gewerbe die Siedlungen und Bauwerke, Landschaft und Kultur, Wissenschaft und
Landespolitik der "Montanregion Erzgebirge". Dies ist bis heute an einer Vielzahl
von historischen Sachzeugen sowie landschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen
Besonderheiten erlebbar.
- Vom Mittelalter bis in die Gegenwart hinterließen der Bergbau zur Erzgewinnung
und die der Weiterverarbeitung dienenden Produktionsstätten - Schmelzhütten,
Bergfabriken, Hammerwerke - zahlreiche wertvolle Sachzeugen unter und über Tage.
- Das Montanwesen hat neben den geologischen Aufschlüssen in der Landschaft
des Erzgebirges markante Spuren hinterlassen. Halden und Pingen, Kunstgräben
und Kunstteiche weisen eine spezielle Flora und Fauna auf.
- Im Zusammenhang mit dem Bergbau wurden 1168 Freiberg, 1451 Altenberg, 1481
Schneeberg, 1495 Annaberg und 1521 Marienberg gegründet. In den Bergstädten
und Gemeinden sind bedeutende sakrale und profane Bauten entstanden. Aufgrund
der Scherbenfunde und der bekannten Urkunden zwischen 1316 und 1355 ist anzunehmen,
dass ab/um ca. 1168, also genau wie der Bergbau in der Freiberger Region im
"Hohen Forst" begonnen oder fortgesetzt wurde. Eine umfassende Dokumentation
dazu wurde 2001/2002 erstellt.
- Die organisatorischen und schöpferischen Leistungen der Menschen in der
"Montanregion Erzgebirge" haben einen international anerkannten Beitrag zum
Technologietransfer und zur Entwicklung der Montan- und Geowissenschaften geleistet.
Auch die ökonomische, rechtliche und administrative Herausbildung des frühneuzeitlichen
Staatswesens ist eng mit dem "Bergstaat" verbunden.
- Der Bergbau und das Hüttenwesen waren wichtige wirtschaftliche Grundlagen
des künstlerischen Schaffens und lieferten zahlreiche Motive und Inhalte.
- Die Handwerkskunst und das Brauchtum schöpfen aus der Tradition und sind
in der Bevölkerung verwurzelt.
- Die Industrialisierung konnte in Sachsen die Vorleistungen des Montanwesens
nutzen. Das Erzgebirge ist eine Innovations- und Technologieregion geblieben
und hat heute eine hohe Gewerbe- und Industriedichte.
Das reiche und über die gesamte Region verteilte Potential der Kulturlandschaft
bietet die Möglichkeit, den Weltkulturerbetitel für ein Netzwerk zu beantragen,
das drei wesentliche Voraussetzungen erfüllt:
- Eine Auswahl von Objekten und Sachgesamtheiten mit universeller Bedeutung
für die gesamte Menschheit kann alle Facetten der Kulturlandschaft im natürlichen,
technischen, wissenschaftlichen, administrativen und kulturell-künstlerischen
Bereich widerspiegeln.
- Das Netzwerk verdeutlicht zugleich den Anteil der gesamten Region an diesen
Leistungen, wodurch sie gesamtheitlich als sich weiter entwickelnder Kulturraum
international repräsentiert wird.
- Die Netzwerkstruktur eröffnet die für eine lebendige Kulturlandschaft notwendigen
Freiräume hinsichtlich ihrer Wirtschaft- und Regionalentwicklung.
Im Jahre 2006 stellten die Kirchberger Natur- und Heimatfreunde den Antrag zur
Aufnahme des Natur- und Bergbaulehrpfades "Zum Hohen Forst" in die Weltkulturerbe-Liste
des Projektes "Monatanregion Erzgebirge".
Die Verantwortlichen für das Gesamtprojekt bestätigten uns am 13. März 2007,
dass der "Hohe Forst" in die Liste unter Punkt 27 "Montanregion Schneeberg" aufgenommen
wurde, und zwar als Beispiel für den mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge.